HERTHA BSC MUSEUM 1892
  Hertha BSC •25.07.1917
#HerthaMuseum (#06)
 


#HerthaMuseum (#06)



Berliner Meister 1916/1917


25-jähriges Vereinsjubiläum

Fußball in Kriegszeiten
 
Nach dem Titelgewinn in der Saison 1914/1915 und der in der darauffolgenden Spielzeit um einen Punkt hinter dem BTuFC Viktoria 89 knapp verpassten Meisterschaft, wollen die Blau-Weißen unbedingt auf den regionalen Fußball-Thron zurückkehren.

Dieses Vorhaben soll in einer Zeit gelingen, in der die Mannschaften im Zuge des Ersten Weltkrieges oftmals Spieler dem Militärdienst abtreten und der Fußball landesweit in den Hintergrund tritt.


Unter diesen Voraussetzungen bestreitet der BFC Hertha 1892 im Jahre 1916 insgesamt 49 Meisterschafts-, Pokal- und Freundschaftsspiele, während es 1917 nur noch 35 Partien sind.


Starke Konkurrenz

Auf dem Weg zur angestrebten Kriegsmeisterschaft, scheinen der amtierende Titelträger sowie der SC Union Oberschöneweide die stärksten Konkurrenten um den ersten Tabellenplatz zu sein, der in einer Spielrunde mit zehn Mannschaften im Hin- und Rückspiel vergeben wird.

 
Die Saison beginnt Anfang September 1916 mit einem 2:2 (0:2) im Heimspiel gegen den BSC Berolina 01 eher ernüchternd, bevor die nächsten vier Partien mit einem deutlichen Torverhältnis von 19:3 siegreich gestaltet werden.
 
Hierbei bildet das klare 4:0 (2:0) gegen den BTuFC Viktoria 89 am fünften Spieltag den Höhepunkt dieser Siegesserie und macht deutlich, dass der amtierende Meister in dieser Saison wohl keine entscheidene Rolle bei der Titelvergabe spielen wird.

 
Das erste Drittel der Saison findet einen außergewöhnlichen Abschluß, da das Spiel gegen den SC Minerva 93 beim Stand von 1:1 bereits fünf Minuten nach Anpfiff der zweiten Halbzeit aufgrund starken Schneefalls abgebrochen und nicht gewertet wird.
 
Am zweiten Adventssonntag 1916 kommt es zum Hinspiel beim Titelkonkurrenten SC Union Oberschöneweide, in dem die Herthaner vor 2.000 Zuschauern einen 1:2-Pausenrückstand noch zu einem Remis ausgleichen.


Es folgen drei Siege nacheinander, darunter ein 4:2 (2:1) bei der Wiederholung der ausgefallenen Partie gegen den SC Minerva 93 sowie ein 9:2 (4:0) gegen Tennis Borussia, bevor die Herthaner Anfang März 1917 beim BTuFC Viktoria 89 mit 1:3 (0:2) ihre erste Saisonniederlage hinnehmen, was aufgrund des deutlichen Hinrundensieges eher überraschend wirkt.

Unaufhaltsame Siegesserie

Am ersten Frühlings-Sonntag im März 1917 kommt es am zwölften Spieltag zum vorentscheidenden Aufeinandertreffen mit dem SC Oberschöneweide, der vor der heimischen Rekordkulisse von 2.000 Zuschauern auf dem Schebera-Platz mit 5:0 (2:0) zurück an die Wattstraße geschickt wird.


Von der Euphorie dieses eindrucksvollen Sieges getragen und unter Führung ihres erfolgreichsten Torschützen Otto Montag, der in fünfzehn Spielen 30 von 70 Hertha-Toren beisteuert, eilen die Herthaner von Sieg zu Sieg und krönen die herausragende Spielzeit 1916/1917 am 13.05.1917 mit einem 4:1 (3:0) gegen Tennis Borussia.

Blau-weiße Freude & Trauer

Dieser siebte Sieg in Folge von insgesamt fünfzehn gewonnenen Spielen bedeutet mit einem Punkt Vorsprung auf den SC Union Oberschöneweide den Gewinn der sogenannten Kriegsmeisterschaft des seit April 1911 existierenden „Verband Brandenburgischer Ballspielvereine“ (VBB), einem Zusammenschluss von „Verband Berliner Ballspielvereine“ (VBB), „Märkischer Fußball-Bund“ (MFB) und „Verband Berliner Athletik-Vereine“ (VBAV).


Es ist der höchstmögliche Titel, den die im Laufe der Saison 25 Spieler umfassende Mannschaft erringen kann, da in den Spielzeiten 1914/1915 bis 1918/1919 bedingt durch den Ersten Weltkrieg keine nationalen Meisterschaften ausgetragen werden.
 
Diese zweite Kriegsmeisterschaft, die unter Berücksichtigung des Triumphes der Saison 1905/1906, den dritten Berliner Meistertitel bedeutet, bildet ein freudiges Fundament, um einige Wochen später auch in traurigem Gedenken an die in den Kriegswirren gefallenen Vereinskameraden das 25-jährige Bestehen des BFC Hertha 1892 am 25.07.1917 würdevoll zu begehen. 

Veröffentlichungsdatum: 06.07.2018

 
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