HERTHA BSC MUSEUM 1892
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"Der Mann mit den heilenden Händen"

Kurt-Peter Bentin

Vor Beginn der Saison 1969/1970 wird Helmut „Fiffi“ Kronsbein während eines Aufenthaltes in Westerland auf Sylt nach einer erfolgreichen physiotherapeutischen Behandlung der Ehefrau des Berliner Trainers auf den damals 28-jährigen Kurt-Peter Bentin aufmerksam und holt ihn nach Berlin zu Hertha BSC.

Viele unvergessliche Erlebnisse

Bereits wenige Wochen nach Amtsantritt erlebt der von Erich Deuser, dem legendären Physiotherapeuten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, ausgebildete Fachmann den ersten Höhepunkt seiner Karriere in Berlin, als Hertha BSC den 1. FC Köln vor der Rekordkulisse von inoffiziell über 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 1:0 besiegt und die Saison 1969/1970 erfolgreich als Tabellendritter abschließt.


Unmittelbar nach einem weiteren dritten Tabellenrang in der Spielzeit 1970/1971 wohnt Kurt-Peter Bentin dem wohl dunkelsten Kapitel der Vereinsgeschichte bei, als sich in der Folgezeit die Verwicklung von Spielern in den Bundesliga-Skandal bestätigt.

Es folgen positive Jahre, in denen Hertha BSC die ganz großen Erfolge jedoch verwehrt bleiben - die Vizemeisterschaft 1975, die DFB-Pokal-Endspiele 1977 und 1979 sowie die beiden Halbfinalspiele um den UEFA-Pokal 1979.

Am Ostersamstag 1980 unterliegen die Blau-Weißen dem Hamburger SV mit 0:6 im heimischen Olympiastadion. Noch heute hadert Kurt-Peter Bentin mit dem Spieler, der maßgeblich die Verantwortung an den drei Gegentoren in den letzten sieben Spielminuten trägt, die letztendlich den Abstieg aus der 1. Bundesliga aufgrund der um zwei Treffer schlechteren Tordifferenz bedeutet.


Die achtziger Jahre mit Auf- und Abstiegen, der schmerzhafte Gang in die Oberliga, die Wiederauferstehung und Rückkehr in die 1. Bundesliga mit der Wiedervereinigung 1990, der erneute Abstieg und Aufstieg, die Teilnahme an der Champions League 1999/2000, ob Plumpe, Olympiastadion, Poststadion, Osloer Str. in Berlin oder Giuseppe Meazza - die „Oper des Fußballs“ in Mailand, Stamford Bridge in London, Camp Nou in Barcelona, Kurt-Peter Bentin war immer hautnah dabei.

Nach der Saison 2003/2004 und dem unter Trainer Hans Meyer erreichten Klassenerhalt, beendet Kurt-Peter Bentin im Alter von 63 Jahren seine 35 Jahre umfassende Amtszeit als Sport-Physiotherapeut bei Hertha BSC.


Ehrenamt statt Ruhestand

Seit 2005 setzt Kurt-Peter Bentin seine umfangreiche Erfahrung und Kompetenz im physiotherapeutischen Bereich ehrenamtlich für die Athletinnen und Athleten des außerordentlich erfolgreichen Berliner Verbandes für Modernen Fünfkampf e.V. auf dem Gelände des Olympiaparks ein, darunter auch Lena Schöneborn, die Goldmedaillengewinnerin der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking sowie mehrfache Welt- und Europameisterin.


Boxsport als Passion

Der gebürtige Kasseler, der in einer geschmackvoll eingerichteten Dachgeschosswohnung eines Landhauses in unmittelbarer Nähe zum Tennis-Club 1899 e.V. Blau-Weiss in Berlin-Grunewald residiert, ist ein passionierter Boxsport-Anhänger. Als ehemaliger Physiotherapeut von Eckhard Dagge, dem bereits 2006 verstorbenen WBC-Weltmeister im Superweltergewicht von 1976, besucht er regelmäßig die Heimkämpfe der Mannschaft der Hertha BSC-Boxabteilung in der Spandauer Bruno-Gehrke-Halle.


Wie sehr ihm diese Sportart am Herzen liegt, zeigt auch das nach der Saison 2003/2004 von Fredi Bobic initierte und ihm von der damaligen Mannschaft überreichte sehr wertvolle Abschiedsgeschenk, eine von Muhammad Ali und dem renommierten Künstler Jeff Koons signierte und limitierte Ausgabe der Foto-Hommage „GOAT“ über den größten Boxsportler aller Zeiten.


Herthaner auf Lebenszeit


In 35 Jahren hat Kurt-Peter Bentin eine Vielzahl von Spielern bei Hertha BSC in deren täglicher Arbeit erlebt, den nachhaltigsten Eindruck haben hierbei Lorenz „Lenz“ Horr, Erich „Ete“ Beer, Holger Brück, Marcelinho und Michael Preetz als herausragende Spielerpersönlichkeiten bei ihm hinterlassen.


Kurt-Peter Bentin, der in seiner Amtszeit mit dem damaligen Co-Trainer Hans „Gustav“ Eder und dem aktuellen Teamleiter Nello Di Martino stets ein unerlässliches Triumvirat für die Spieler darstellt, pflegt auch heute noch enge Kontakte zu ehemaligen Weggefährten.


Allerdings ist es nach so vielen Jahren am Spielfeldrand ein eigenartiges Gefühl, das aktuelle Spielgeschehen lediglich von der Tribüne des Olympiastadions zu verfolgen, weshalb der weitaus jünger aussehende Kurt-Peter Bentin nun die Partien von Hertha BSC zusammen mit anderen Bewohnern auf einer Riesenleinwand des Gesellschaftsraumes seiner Residenz verfolgt.

Veröffentlichungsdatum: 16.07.2019
 
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