HERTHA BSC MUSEUM 1892
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Hans Eder – der „Eiserne Gustav“

Eine Hommage an Hans "Gustav" Eder zum 85. Geburtstag

Zur Saison 1962/1963 verpflichtet Wolfgang Holst in seiner Funktion als verantwortlicher Leiter der Vertragsspielerabteilung den fast 28-jährigen Hans Eder für eine zu diesem Zeitpunkt horrende Ablösesumme von 80.000 DM von Tennis Borussia. Und die Verpflichtung des zu diesem Zeitpunkt neben Helmut Faeder besten Spielers in Berlin hat Signalwirkung, denn zuvor Wechselgedanken hegende Spieler bleiben dem Verein treu.

Gelungener Einstand & Bundesliga-Debut

Bereits in seiner ersten Saison hat der in Berlin geborene Verteidiger mit 23 Einsätzen und fünf Toren maßgeblichen Anteil am ungefährdeten Meistertitel in der Vertragsliga Berlin, der zur Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft berechtigt. Am letzten Spieltag der Gruppe I ist Hans Eder beim 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern beim einzigen Sieg der Gruppenphase, die Hertha BSC als Tabellendritter abschließt, über die gesamte Spielzeit mit von der Partie.


Seit Januar 1963 ist es beschlossene Sache, dass Hertha BSC zu den 16 Gründungsmannschaften der zur Saison 1963/1964 neu eingeführten Fußball-Bundesliga zählt. Am 24.08.1963 bestreitet er mit seinen Mannschaftskameraden Wolfgang Tillich, Otto Rehhagel, Hans-Günter Schimmöller, Peter Schlesinger, Hans-Joachim Altendorff, Carl-Heinz Rühl, Uwe Klimaschefski, Harald Beyer, Helmut Faeder und Lutz Steinert beim 1:1 (0:1) gegen den 1. FC Nürnberg das erste Spiel der Vereinsgeschichte in der höchsten deutschen Spielklasse vor 50.074 Zuschauern im Berliner Olympiastadion. Im Verlauf der Saison sorgt er in 26 Spielen in der Berliner Abwehrreihe dafür, dass Hertha BSC als Tabellenvierzehnter den Klassenerhalt sichert.


Zwangsabstieg & Bundesliga-Rückkehr


In der Bundesliga-Saison 1964/1965, in der die Blau-Weißen sportlich erneut den Klassenverbleib sichern, ist Hans Eder als einizger Spieler neben Otto Rehhagel in allen 30 Partien dabei. Nach dem Urteil des Deutsche Fußball-Bundes vom 18.05.1965, der den sehr umstrittenen Zwangsabstieg aus der Fußball-Bundesliga aufgrund von unerlaubten Handgeldzahlungen zur Folge hat, bleibt Hans Eder den Blau-Weißen treu.

In den folgenden drei Spielzeiten in der Regionalliga Berlin, die Hertha BSC jeweils als Titelträger abschließt, wirkt er in 51 von insgesamt 90 Ligaspielen und in 15 von 18 Partien in den Aufstiegsrunden zur Bundesliga mit. Im dritten Anlauf glückt der Mannschaft die lang ersehnte Rückkehr in das deutsche Fußball-Oberhaus, die am 24.06.1968 beim Empfang des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Schütz vor dem Rathaus Schöneberg von den zahlreichen blau-weißen Anhängern überschwänglich gefeiert wird.

Vom Spieler zum Co-Trainer


Dieser Erfolg bildet den Abschluß der sportlich ereignis- und erfolgreichen Spielerkarriere von Hans Eder. Zur Saison 1968/1969 wird er von Helmut „Fffi“ Kronsbein als Trainerassistent berufen, obwohl er dies gar nicht beabsichtigt – bereuen wird er es in den folgenden Jahren bei Hertha BSC nicht ein einziges Mal.

Am 24.06.1972 kommt Hans Eder im Alter von fast 38 Jahren am 33. Spieltag der Saison 1971/1972 beim 1:1 (1:1) gegen Arminia Bielefeld zu seinem unerwarteten 57. und definitiv letzten Einsatz in der Fußball-Bundesliga, als der Mannschaft aufgrund von Sperren im Nachgang des Bundesliga-Skandals nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung stehen.


Als Helmut „Fiffi“ Kronsbein im März 1974 dem Ruf seiner alten Liebe Hannover 96 folgt, um die Niedersachsen vor dem Abstieg aus der Bundesliga zu bewahren, betreut Hans Eder die Mannschaft der „Alten Dame“ federführend für die verbleibenden neun Saisonspiele. Nach den Demissionen der hauptamtlichen Trainer Kuno Klötzer im Dezember 1979, Martin Luppen im Mai 1984 und Uwe Kliemann im Dezember 1985 fungiert er mehrmals als Interimstrainer, um sich danach jedes Mal in höchstmöglicher Loyalität gegenüber den neuen Übungsleitern auf den Posten des Co-Trainers zurückzubegeben.

Helmut „Fiffi“ Kronsbein, Georg Kessler, Uwe Klimaschefski, Georg Gawliczek, Martin Luppen, Uwe Kliemann, Rudi Gutendorf, Jürgen Sundermann und Werner Fuchs – unter diesen Trainern wirkt Hans „Gustav“ Eder, der in seiner Karriere niemals Ambitionen auf die Position des hauptamtlichen Trainers geltend macht, bis 1990 für Hertha BSC.

Eine vorbildliche Persönlichkeit

Hans „Gustav“ Eder, dessen Beiname der Namensgleicheit und einer gewissen Ähnlichkeit mit dem erfolgreichen Boxkämpfer Gustav Eder entstammt, wird von den Spielern als „harter Hund“, der seine Aufgaben stets zu weit mehr als 100 % erfüllt, respektiert. Seine Maxime lautet „Man muss sich zusammenreißen, um Erfolg zu haben“, weshalb kleinere Wehwehchen bei ihm auch stets unbeachtet bleiben. Noch heute loben ehemalige Schützlinge das harte Training, denn die Spieler wissen, dass ihnen ohne die unter Hans Eder erarbeitete Kondition eine lange Karriere wohl nicht vergönnt gewesen wäre. Auch wegen seiner immer offenen, ehrlichen und vorbildlichen Persönlichkeit, die immer gerade heraus ist, ist er bei Hertha BSC jederzeit hochgeschätzt.

Veröffentlichungsdatum: 14.11.2019
 
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