HERTHA BSC MUSEUM 1892
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Hertha BSC im Ligapokal

Zur Saison 1997/1998 vereinigt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den von 1987 bis 1996 zwischen dem Deutschen Meister und dem Deutschen Pokalsieger ausgespielten „DFB-Supercup“ und den seit 1986 mit den vier besten Mannschaften der Vorsaison ausgetragenen „Casio-Cup“ (1986) bzw. „Fuji-Cup“ (1987-1996) zum „DFB-Ligapokal“. Neben dem Deutschen Meister, dem DFB-Pokalsieger und dem Vizemeister, nehmen nun auch die in der abgelaufenen Saison auf den Tabellenrängen drei bis fünf platzierten Mannschaften teil.

Von 1999 bis 2006 sieben Mal qualifiziert

Die Blau-Weißen qualifizieren sich erstmalig nach der Saison 1998/1999 für die Teilnahme an diesem Wettbewerb, nachdem sie die Spielzeit überraschend auf dem dritten Tabellenrang beenden, jedoch bereits in der Vorrunde Borussia Dortmund knapp mit 1:2 unterliegen. Im Folgejahr gelingt die Qualifikation für den Ligapokal als Tabellensechster. Nach einem 3:1-Erfolg über den Hamburger SV im Stadion Lohmühle in Lübeck, zieht Hertha BSC mit einem 6:5 nach Elfmeterschiessen gegen Bayer 04 Leverkusen im Paul-Greifzu-Stadion in Dessau in das Finale gegen den FC Bayern München ein. Gegen den alten und neuen Deutscher Meister können die Berliner die Partie vor 12.500 Zuschauern in der BayArena lediglich bis zum Pausenpfiff mit einem torlosen Remis offen gestalten, bevor die Herthaner mit 1:5 deutlich das Nachsehen haben.


Der erste Titel seit 70 Jahren

Im Sommer 2001 ist der Hauptstadtclub als Tabellenfünfter zum dritten Mal für die Teilnahme qualifiziert. Mit einem 2:1 setzen sich die Berliner im Paul-Greifzu-Stadion in Dessau erneut gegen Bayer 04 Leverkusen durch, bevor es im Halbfinale zum Duell mit dem seit der Einführung einzigen Ligapokal-Gewinner FC Bayern München kommt. Im Rosenaustadion in Augsburg erzielt Michael Preetz kurz vor dem Halbzeitpfiff das Tor des Tages, das Hertha BSC den Einzug in das Endspiel gegen den FC Schalke 04 beschert.


Drei Tage später kommt es im Mannheimer Carl-Benz-Stadion vor 10.000 Zuschauern zum Gala-Auftritt der Herthaner gegen die Knappen aus Gelsenkirchen. Ein Eigentor und Treffer von Marcelinho, Alex Alves und Michael Hartmann sorgen für einen ungefährdeten 4:1-Sieg für die Mannschaft von Trainer Jürgen Röber und - abgesehen vom Meistertitel der B-Junioren in der Saison 1999/2000 – für den ersten offiziellen Titel, seit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Jahre 1931.


Dieser Triumph und die mit s
echs brasillianischen Bergkristallen verzierte Trophäe des Schmuckateliers Tom Munsteiner aus Stipshausen im Hunsrück, lässt Vereinsverantwortliche und Fans von einer erfolgreichen Saison 2001/2002 träumen.

Doppelt hält besser

Der ganz große Wurf bleibt der Mannschaft in der Bundesliga trotz des Trainerwechsels nach dem 21. Spieltag von Jürgen Röber zu Interimstrainer Falko Götz und eines am Ende versöhnlichen vierten Tabellenranges zwar verwehrt, jedoch hat man neben der erreichten Teilnahme am UEFA-Pokal-Wettbewerb zudem die Chance, den Ligapokal zu verteidigen.


Nachdem am 110. Vereinsgeburtstag unter dem aus Gelsenkirchen geholten neuen Trainer Huub Stevens zunächst der FC Bayern München mit 6:5 nach Elfmeterschiessen im Erzgebirgestadion von Aue ausgeschaltet und fünf Tage später auch Borussia Dortmund auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena durch zwei Treffer von Alex Alves mit 2:1 besiegt wird, kommt es zur Wiederholung des Vorjahresfinales.


Drei Tage nach der Saisoneröffnung mit 30.000 Zuschauern auf dem Mailfeld, sehen nun 11.200 Zuschauer im Bochumer Ruhrstadion eine Hertha-Mannschaft, die durch zwei Treffer von Marcelinho sowie den beiden Toren von Alex Alves und Roberto Pinto den FC Schalke 04 erneut deutlich mit 4:1 bezwingt und damit den Ligapokal erfolgreich verteidigt. Die lokale Presse ist begeistert und liefert Schlagzeilen, wie z.B. „Hertha Brasil“, „Das Samba-Ballett“ und „Die neue Fußball-Macht“, aber auch der DFB-Teamchef Rudi Völler zeigt sich mit den Worten „Nach dieser Leistung ist den Berlinern alles zuzutrauen. Vielleicht stoßen sie diesmal ganz vorne hinein“ sehr angetan.


Positives Fazit


Bevor dieser Wettbewerb 2007 letztmalig ausgetragen wird, qualifiziert sich Hertha BSC in den Jahren 2003, 2005 und 2006 noch dreimal für die Teilnahme am Ligapokal, kommt allerdings nicht mehr über die Vorrunde hinaus.

Hertha BSC bestreitet von 1999 bis 2006 bei sieben Ligapokal-Teilnahmen insgesamt 13 Spiele mit sechs Siegen, drei Remis und vier Niederlagen bei 22:18 Toren. Im Elfmeterschiessen stehen zwei Siegen lediglich eine Niederlage gegenüber. Michael Hartmann ist mit zehn Einsätzen der Rekordspieler für die Blau-Weißen, während Marcelinho mit fünf Treffern den erfolgreichsten Torschützen der Berliner stellt. Mit zwei Triumphen bei drei Endspielteilnahmen ist der Ligapokal als drittwichtigster Titel im nationalen Vereinsfußball eine Erfolgsgeschichte in der Historie von Hertha BSC.

Veröffentlichungsdatum: 01.08.2019
 
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